15.04.2021 | Marc Lieb

SEO-Checkliste für Ihren Website-Relaunch

Das bei einem Website Relaunch die Konzeption und Planung mindestens genauso wichtig ist, wie die eigentliche Umsetzung, ist nichts Neues. Aufgrund der Komplexität der Projekte benötigen sie in der Regel sowohl auf Unternehmens- als auch Agenturseite viele Ressourcen und sind nicht selten zeitkritisch. Deshalb liegt der Fokus oft auf dem vermeintlich Wesentlichen: dem Design der neuen Website und der technischen Umsetzung. Suchmaschinenoptimierung (SEO) rückt dagegen oft erst einmal in den Hintergrund und soll im besten Fall nach dem Go-Live „nachgezogen“ werden.

Der Website-​Relaunch als Risiko für bestehende Rankings

Bei einem Website Relaunch werden in der Regel sämtliche Bereiche einer Website grundlegend neu aufgesetzt. Für schon bestehende Rankings kann ein Relaunch kritisch werden. Leicht kommt es zu Ranking-Verlusten und damit meist auch zu einer Traffic-Abnahme. Die häufigsten Fehler werden noch immer durch fehlende oder fehlerhafte 301-Weiterleitungen, eine unübersichtlichen Seiten- und URL-Struktur oder eine schlichtweg lückenhaften Keyword- und Content-Strategie erzeugt. Deshalb ist es zwingend notwendig, SEO bereits zum Projektstart mit einzubeziehen. Nachträgliche Änderungen an z. B. der Navigations- oder Überschriftenstruktur oder dem technischen Grundaufbau (wegen beispielsweise schlechter Ladezeiten) sind meist nur mit sehr viel Aufwand umzusetzen.
Damit der Website-Relaunch neben den Usern auch Suchmaschinen zufriedenstellt, empfehlen wir ein mehrstufiges Vorgehen.

In 6 Schritten zum erfolgreichen (SEO-)Relaunch
  • SEO-Audit
  • SEO-Anforderungskatalog
  • Umsetzung Relaunch
  • Finaler Check
  • Go-Live
  • Fortlaufende SEO-Optimierung

SEO Audit: Bewertung des IST-Zustandes

Bevor es an die Konzeption geht muss Schritt für Schritt eine saubere Bestandaufnahme der aktuellen Website und der Rankings vorgenommen werden. Im Fokus der Bewertung des IST-Zustandes sollten die bestehenden Inhalte, die gesamte Informationsarchitektur und die eingesetzten Technologien stehen.

Seiten-Crawl
Bestehen bereits organische Rankings? Ist Ihr Content bereits SEO-optimiert? Crawlen Sie vor dem Projektstart Ihre Website, analysieren Sie die bestehenden Rankings und Inhalte. Sollte sich Ihre Domain durch den Relaunch ändern oder Sie keine Analysetools implementiert haben, vergessen Sie nicht, Ihre Daten vor dem Relaunch zu sichern.

URL-Struktur
Über wie viele URLs verfügt Ihre Website? Wie sind die URLs aufgebaut? Mittels einer automatisierten HTML- oder XML-Sitemap erhalten Sie einen Überblick. Mithilfe von Analysetools wie Google Analytics oder der Google Search Console sollten Sie Ihre Zielseiten nach Zugriffs- und Conversionzahlen kategorisieren.

Backlink-Analyse
Im Rahmen einer Analyse identifizieren Sie URLs mit vielen Backlinks und Ihre Social Signals. Beides dient zum einen zur Priorisierung Ihres Contents als auch der späteren Berichtigung veralteter Backlinks.

Inhalte
Neben den Zahlen sollten Sie auch die Qualität Ihrer Inhalte zum Projektstart kritisch hinterfragen. Sind Ihre Inhalte thematisch eindeutig? Finden Ihre User auf den Zielseiten die Informationen, die sie benötigen, wenn sie einen Suchbegriff bei z. B. Google eingeben?

Wettbewerbsanalyse
Prüfen Sie mittels einer Keywordanalyse unter welchen Keywords Ihre Wettbewerber bereits ranken und vergleichen Sie diese mit Ihrem Produkt- Dienstleistungsportfolio. Für Sie wichtige Themen filtern Sie heraus, unwichtige werden gestrichen. Das gibt Hinweise für die spätere eigene Suchmaschinenoptimierung.

Sind die ersten Analysen und Priorisierungen durchgeführt, kann die bestehende Website hinsichtlich ihres SEO-Potenzials bewertet, Veränderungspotenzial identifiziert und die nächsten Schritte geplant werden.

Der Website-Relaunch als Risiko für bestehende Rankings

Bei einem Website Relaunch werden in der Regel sämtliche Bereiche einer Website grundlegend neu aufgesetzt. Für schon bestehende Rankings kann ein Relaunch kritisch werden. Leicht kommt es zu Ranking-Verlusten und damit meist auch zu einer Traffic-Abnahme. Die häufigsten Fehler werden noch immer durch fehlende oder fehlerhafte 301-Weiterleitungen, eine unübersichtlichen Seiten- und URL-Struktur oder eine schlichtweg lückenhaften Keyword- und Content-Strategie erzeugt. Deshalb ist es zwingend notwendig, SEO bereits zum Projektstart mit einzubeziehen. Nachträgliche Änderungen an z. B. der Navigations- oder Überschriftenstruktur oder dem technischen Grundaufbau (wegen beispielsweise schlechter Ladezeiten) sind meist nur mit sehr viel Aufwand umzusetzen.
Damit der Website-Relaunch neben den Usern auch Suchmaschinen zufriedenstellt, empfehlen wir ein mehrstufiges Vorgehen.

Unser Website-Relaunch wurde dank Columbus Interactive zum vollen Erfolg. Für eine steigende Sichtbarkeit im Web und damit auch mehr Anfragen sorgen neben der Usability der Website vor allem auch die begleitenden SEO- und SEA-Maßnahmen.
Alexander Nerz, Leiter Marketing & PR bei Paravan GmbH

Konzeption: Zusammenstellung eines detaillierten SEO-Anforderungskatalogs

Noch bevor die ersten Entwürfe für das neue Design erstellt und in der Technik die ersten Vorbereitungen getroffen werden, sollte die Konzeption finalisiert sein. Hier fließen die Anforderungen an Ihr SEO mit in das Konzept Ihrer neuen Website bestenfalls bereits mit ein. Dabei sollten Sie unter anderem auf folgende Punkte achten:

Content Management-System
Das CMS (z. B. TYPO3, WordPress) sollte nicht nur für Redakteure leicht zu pflegen sein, sondern auch alle relevanten Anforderungen an die Suchmaschinenoptimierung erfüllen (Ladezeiten, Darstellung benötigter Content-Elemente, SEO-Plugins etc.).

Seiten-/Navigationsstrukturstruktur und URL-Struktur
Exportieren Sie eine Sitemap/XML-Sitemap Ihrer bestehenden Website, streichen und ergänzen Sie Inhalte. Wenn Sie diese einer Navigationslogik zugeordnet haben, lässt sich daraus die spätere Navigations- und URL-Struktur definieren. Achten Sie dabei darauf, dass die wichtigsten Kategorien in der Navigation auf der ersten oder zweiten Ebene möglichst leicht zu finden sind. Auch sollte jeder Inhalt im besten Fall über nur eine URL erreichbar sein.

Keywordanalyse / Wettbewerbsanalyse
Mit einer fundierten Keywordanalyse über ein Tool wie Searchmetrics oder dem Google Keyword Planner identifizieren Sie thematisch passende Keywords für Ihre Website. Mithilfe von KPIs wie dem Suchvolumen ermitteln Sie dann die relevantesten Begriffe. Ebenso sollten Sie prüfen, für welche Keywords Ihre Wettbewerber bereits ranken. Priorisieren Sie die für Sie wichtigen Keywords und ordnen Sie diese Ihren Inhaltsseiten zu. Dabei sollte jeder Seite ein Fokus-Keyword für die spätere Optimierung zugewiesen werden.

Aufbau des Contents / Überschriftenstruktur
Welche Inhalte (Text, Bild, Video, Grafik, Audio, Downloads) sollen auf Ihren Seiten abgebildet werden? Welche Elemente werden dafür benötigt? Wie sieht die Überschriftenstruktur (H1-Hx) aus? Diese Informationen sind sowohl wichtig für das Design als auch für die Technik.

Optimierung von Bildern
Legen Sie bereits vor dem Start der Programmierung fest, wie Bilder und Videos möglichst suchmaschinenfreundlich in die Website integriert werden sollen. Einige CMS komprimieren Dateien systemseitig. Dennoch sollten Bildabmessungen oder die Integration von Videos möglichst früh definiert werden, damit Ladezeiten nicht negativ beeinflusst werden. Verwenden Sie außerdem Alt-Tags, die aussagekräftig sind und bestenfalls das Fokus-Keyword beinhalten. Dieses sollte auch im Dateinamen zu finden sein.

Markups / strukturierte Daten
Damit Suchmaschinen bzw. deren Crawler keine Probleme beim Lesen Ihrer Inhalte haben, muss Ihr Content korrekt ausgezeichnet werden. Solche sog. Markups werden zum Beispiel bei der Auszeichnung einer H1-Headline mit dem Tag <h1> und </h1> verwendet. Sie geben Browser wie auch Suchmaschine wichtige Anhaltspunkte zur Content-Struktur.
Mit den sog. Strukturierten Daten können Sie Ihren Quellcode mit weiteren Informationen anreichen. Mittels schema.org lassen sich Inhalten zum Beispiel die Informationen „Jobs“, „lokales Geschäft“ etc. zuweisen, um Ihre Rankingchancen zu verbessern.

Nutzerfreundlichkeit / Ladezeiten
Die Schnelligkeit einer Website gehört zu den wichtigsten Rankingfaktoren. Identifizieren Sie z. B. mit dem Tool „Google PageSpeed Insights“ Elemente und Dateien, die Ihre Ladezeit negativ beeinflussen. Nehmen Sie die Anforderungen (z. B. Komprimieren der Bilder und Grafiken, Browser Caching) mit in den Anforderungskatalog für Ihren Relaunch.
Zukünftig wird dieser Bereich für Ihr SEO noch wichtiger werden. Durch das Page Experience Update 2021 und die Core Web Vitals sind Auswirkungen auf die Suchergebnisse zu erwarten.

SEO Keywordrecherche

Die Umsetzung Ihres Website Relaunchs

Nach der Freigabe der Designs und der Informationsarchitektur ist nun vor allem die Technik gefragt. Während die sich an die Programmierung Ihrer neuen Website macht müssen prallel auch die Inhalte zu überarbeitet, neuer Content geschaffen und dieser auch auf Basis Ihrer Keywordanalysen optimiert werden.
 

Anpassung des Contents
Mit Tools wie Searchmetrics lassen sich Texte leicht keywordoptimiert bearbeiten. Wichtig ist aber, dass, bei aller Liebe zu SEO und Keywords, der Lesefluss und der Mehrwert für den Leser nicht zu kurz kommt. Gleiches gilt für die Verwendung von Bildern, Videos und Downloads: Nutzen Sie Inhalte, die einzigartig sind, zu Ihrem Unternehmen passen und den User überzeugen.

Ein Relaunch eignet sich übrigens hervorragend, um den bestehenden Content einer Website kritisch zu hinterfragen. Gibt es veraltete Inhalte, die aktualisiert oder entfernt werden können? Welche Inhalte fehlen im Vergleich zum Wettbewerber? Und welche Inhalte sind besonders wichtig für die Zielgruppe?

Seitentitel und Description
Für die Suchmaschinenoptimierung besonders wichtig ist die korrekte Auszeichnung des Title – im Idealfall werden in diesem auch Keywords genannt. Die Description dient vor allem der Nutzerfreundlichkeit in den SERPs und sollte mit relevanten, kurzen Informationen zum jeweiligen Seiteninhalt befüllt werden. Sorgen Sie dafür, dass sowohl der Title als auch die Description zum einen durch Redakteure gepflegt und richtig ausgespielt werden können.

Finaler Check vor dem Go-Live

Die neue Website ist auf dem Testsystem fertiggestellt und ein Termin für den Relaunch definiert. Jetzt muss die Website noch einmal auf Herz und Nieren geprüft werden. Testen, testen, testen lautet die Devise. Folgende Punkte sollten auf Ihrer Checkliste nicht fehlen:

Robots txt
Ist die robots.txt korrekt eingerichtet? Über diese Datei kann dem Crawler von Suchmaschinen u.a. mittgeteilt werden, welche Verzeichnisse gecrawlt werden dürfen und welche nicht relevant sind. Dadurch kann sich der Crawler direkt auf die wichtigen Inhalte fokussieren und die Seiten schneller erfassen.

Interne Verlinkungen
Überprüfen Sie beim Linkcheck nicht nur externe, sondern auch interne Links. Sind alle Links auf die neuen URLs angepasst und mit dem korrekten Linktext (am besten mit dem Haupt-Keyword) versehen? Eine sinnvolle interne Verlinkung verdeutlicht Suchmaschinen, welche Seiten besonders wichtig sind. Dabei sollten interne Verlinkungen nicht nur in der Navigation, sondern auch im Fließtext verwendet werden.

Umgang mit Duplicate Content mit Canonical Tag
Doppelte Inhalte sollten Sie möglichst auf Ihrer Website vermeiden. Für Suchmaschinen sind Duplikate immer ärgerlich, da sie ihnen die Arbeit erschweren. Es werden unnötige Ressourcen aufgewendet und es muss herausgefunden werden, welche Seite relevant für die Suchanfrage ist. Aufgrund dessen kann eine große Menge an doppelten Inhalten auch zu einer Verschlechterung des Rankings führen. Es kann aber auch vorkommen, dass Duplicate Content eine Berechtigung hat. Beispielsweise bei Sortierungen oder Produktvarianten. Hier kann das Canonical Tag Abhilfe schaffen und Google direkt auf die „richtige“ Seite verweisen.

Paginierung
Verfügen Sie über Referenz- oder Blog-Übersichtsseiten, Suchergebnislisten oder Produktübersichten? Prüfen Sie, ob Sie die Paginierung korrekt eingerichtet haben und auch die Inhalte auf versteckten Seiten durch die Suchmaschinen gelesen werden können.

404-Fehlerseite
Ist die 404-Fehlerseite eingerichtet und bietet Usern die Möglichkeit, auf der Seite weiter zu navigieren? Das ist vor allem für die User Experience wichtig. Weiß ein User nicht auf Anhieb, wohin er navigieren kann, verlässt er in der Regel die Website.

Weiterleitungen
Prüfen Sie nochmals alles URLs. Haben Sie in Ihrer Weiterleitungsliste alle alten URLs erfasst und ihnen die neuen URLs zugewiesen? Denken Sie nach dem Go-Live auch unbedingt daran, noch einmal Stichproben zu machen.Sollte es bereits alte Weiterleitungen geben, ist es wichtig, diese mitzunehmen und entsprechend direkt auf die neuen URLs weiterzuleiten. Wichtig ist es hier Weiterleitungsketten zu vermeiden.

Inhalte prüfen
Sind alle Seiten befüllt, die Title und Descriptions sowie die Links korrekt gesetzt? Wurde das responsive Design auf den Devices Desktop, Tablet, Smartphone korrekt umgesetzt? Prüfen Sie auch noch einmal die Funktionsfähigkeit Ihrer Formulare oder Ihres Bestellprozesses.

Technische Checks

Auch die Technik hat vor dem Go-Live noch eine ausführliche Checkliste abzuarbeiten. Das Rendering muss geprüft, sämtliche Devices durchgetestet, die Markups und ggf. noch einmal die URL-Parameter und die Verwendung der HTTP-Statuscodes geprüft werden. Außerdem müssen auch die Ladezeiten noch einmal final gecheckt und ggf. letzte Optimierungen vorgenommen werden. Zudem sollte die neue Sitemap zum Go-Live in der Google Search Console hinterlegt (um ggf. die Indexierung neuer Seiten zu beschleunigen) und das Tracking bzw. die korrekten Tracking Codes eingerichtet werden.

Nach dem Go-Live ist vor der nächsten Optimierung

Ihre neue Website ist nun online – aber fertig ist Ihr Relaunch-Projekt noch lange nicht. Wir empfehlen direkt nach dem Go-Live noch einmal die wichtigsten Punkte auf Ihrer Checkliste zu prüfen:

  • Testen Sie nochmals die Funktionsweisen von Formularen und Ihren Bestellprozessen
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Tracking, z. B. in Google Analytics, korrekt eingerichtet ist
  • Machen Sie Stichproben Ihrer Weiterleitungen (vor allem, wenn Sie eine neue Domain im Einsatz haben)
  • Prüfen Sie die korrekte Verwendung Ihres SSL-Zertifikats

Aus SEO-Sicht besonders wichtig: Behalten Sie Ihre Google-Rankings im Blick. Oftmals fällt die Sichtbarkeit einer Website nach einem Relaunch erst einmal ab. In der Regel stabilisiert sich das nach wenigen Wochen wieder. Denn auch Google und Co. benötigen Zeit, die neuen Inhalte, Keywords und die Seitenstruktur einzuordnen. Sollten Sie aber längerfristig Probleme bei Ihrer Sichtbarkeit und/oder den Zugriffen auf Ihre Website feststellen, sollten Sie sich dringend um eine tiefere Problemanalyse kümmern.
Und ganz wichtig: vergessen Sie auch das begleitende Online-Marketing nicht, um Ihren Relaunch zu kommunizieren. 

Sie haben Fragen oder Anregungen?