re:publica 2017

14.02.2018 | Marc Lieb | Convention, re:publica 2017, Berlin
blog-republica-2017-lol-kv-desktop

Montag, 08.05.2017: die Türen zur re:publica 2017 öffnen sich. Wir waren live mit dabei, um unser Online-Wissen zu vertiefen, neue Erfahrungen zu sammeln und am netzpolitischen Himmel den Blick über den Horizont zu werfen.

Mit der Session „Welcome everybody “ startete die elfte re:publica gemeinsam mit der Media Convention Berlin unter dem Titelthema „Love out loud“ in drei erfolgreiche Convention Tage in Berlin. Auch dieses Jahr waren die Themen wieder in viele interessante Tracks und Sessions unterteilt und boten Studenten, Bloggern, Online Managern und allen anderen Interessierten informative und unterhaltsame Einblicke in die digitale Welt. Von meinen persönlichen Highlights möchte ich in diesem Blogpost berichten.

Gleiches Web für alle – Ist meine Website eigentlich barrierefrei?

Ein großes Thema der re:publica in diesem Jahr war die Gleichberechtigung aller Menschen in Bezug auf das Internet und digitale Medien. Saskia Bader (die Bloggerin und Webentwicklerin leidet selbst an einer Sehschwäche und setzt sich für Chancengleichheit und Barrierefreiheit in der digitalen Welt ein) und Domingos de Oliveira (er arbeitet seit mehr als 5 Jahren als Dozent und Berater für digitale Barrierefreiheit. Neben Vorträgen und Workshops hat er auch das Handbuch „Barrierefreiheit im Internet“ verfasst) berichteten dabei von ihren Erfahrungen und ihrer Arbeit zum Thema barrierefreie Websites. Schwerpunkt ihres Workshops war es die Bedeutung von Barrierefreiheit im Web zu erklären und zu verdeutlichen welchen Nutzen das für Website-Betreiber und Besucher bringt. An einfachen Beispielen zeigte Domingos de Oliveira dabei auf, worauf man bei der Erstellung von Webseiten achten soll. Er selbst, von Geburt an blind, zeigte wie wichtig es ist auf die richtige Gliederung und Auszeichnung der Texte zu achten, damit Readspeaker (Programme, die die Inhalte einer Website vorlesen und so seh-beeinträchtigten Menschen zugänglich machen) diese erfassen und wiedergeben können. Weiter erklärte er wie man seine eigene Website auch ohne Programmierkenntnisse testen und optimieren kann. Als eine Methode für einen Live-Check einer Website empfahl er den BITV-Test , ein Verfahren zur Prüfung der Barrierefreiheit von Webangeboten.

Mission Possible: Authentische Kommunikation im Social Web

Authentische Kommunikation im Social Web ist heutzutage das A und O für Unternehmen, die ihr Markenimage festigen und ihre Unternehmenswerte kommunizieren möchten. Anhand der Plattform Instagram zeigten Konrad Langer und Oliver Brügmann (visumate GmbH) Beispiele für gelungene authentische Auftritte, aber auch Fallstricke, die unabhängig des Ausgabemediums potentielle Kunden abschrecken können. Aus ihren Erfahrungen konnten sie berichten, dass es für Unternehmen besonders wichtig ist, nicht nur in einem Moment authentisch zu sein, sondern die gesamte Kommunikation mit dem Kunden authentisch zu gestalten. So sind es Erfahrungen mit und Erwartungen an ein Unternehmen, die dieses authentisch wirken lassen. Die Glaubwürdigkeit entsteht dabei erst durch den mehrmaligen Kontakt.

Besonders wichtig ist das auch beim sog. Influencer Marketing, d.h. bei der Kooperation mit bekannten Größen aus den sozialen Medien, welches immer mehr in die Marken- und Produktkommunikation mit aufgenommen wird. Für Unternehmen heißt das konkret: Passt der Influencer zu uns? Stimmen die Zielgruppen überein und ist er oder sie in ihrem Auftritt ebenfalls authentisch? Als Negativbeispiel lieferten die beiden Redner hier das Profil einer Instagramerin, die in unregelmäßigen Abständen Bilder mit gesponserten Autos postet. Anstatt einer klaren Linie in der Markenbotschaft wurden hier Fahrzeuge vom Kleinwagen bis hin zur Luxuslimousine gepostet. Dadurch leidet die Glaubwürdigkeit aber auch der Nutzen für Follower und das Unternehmen. Daher ist es wichtig, dass das Unternehmen, das Produkt sowie auch der Kanal mit dem Influencer eine Einheit für eine authentische Kommunikation bilden. Dabei soll immer die Story im Mittelpunkt und die Plattform am Ende stehen.

blog-republica-2017-lol-schilder-desktop

VR – everywhere

Diskussion: Business Model instead of Marketing Case

Ein weiterer großer Schwerpunkt der re:publica in diesem Jahr war das Thema Virtual Reality (VR). Mit mehreren Ständen auf dem Messegelände sowie vielen informativen Vorträgen und Podiumsdiskussionen wurde das Thema umfangreich beleuchtet. Unter anderem wurde in der Diskussionsrunde „Business Model instead of Marketing Case“ darüber gesprochen, wie der Markt zur Virtual Reality steht und ob es bereits nachhaltige Geschäftsmodelle gibt, ob man bereits Geld mit VR verdienen kann oder ob es noch reine Pionierarbeit ist. Schnell wurde dabei deutlich, dass es nicht den einen „goldenen Weg“ zum Erfolg mit VR gibt. Virtual Reality steckt laut den Experten noch in den Kinderschuhen und bietet viel Potential für Konzernriesen wie Samsung, aber auch für kleine Entwicklungsunternehmen. Trotz intensiver Forschung und Entwicklung im VR-Bereich kann aber leider noch niemand sagen, wohin sich VR in den nächsten Jahren bewegen wird. Interessierte können sich hier die gesamte Podiumsdiskussion auf der re:publica anschauen.

WDR Workshop: Wer verstehen will, muss fühlen - Was Virtual Reality besser kann

Greifbare Anwendungsmöglichkeiten zeigte der WDR in einem Workshop zum Thema „Wer verstehen will, muss fühlen - Was Virtual Reality besser kann“. 2016 haben zwei Teams des WDR intensiv mit Virtual Reality und 360° Aufnahmen experimentiert und zwei beeindruckende Projekte umgesetzt.

Projekt 1: Den Kölner Dom erlebbar machen Mit Hilfe einer App und einer VR-Brille konnte man den Kölner Dom im eigenen Wohnzimmer entdecken und dabei Winkel und Ecken erkunden, die bei einem normalen Besuch unerreichbar wären. Das Besondere dabei ist, dass man den Dom nicht nur in seinem jetzigen Zustand, sondern auch im Wandel der vergangenen Jahrhunderte betrachten kann. Praktisch ist so eine Zeitreise in den eigenen vier Wänden durch den Kölner Dom möglich. Die App ist bereits für Android und iOS frei verfügbar.

GooglePlay iTunes

Projekt 2: Ausschwitz Das zweite Projekt des WDR begleitete 3 Frauen bei ihren Erinnerungen an das KZ Auschwitz und die schwere Zeit, die sie dort erlebten. Das VR-Projekt lässt den Betrachter parallel zu den gesprochenen Erinnerungen durch das heutige Ausschwitz wandern. Dieses Projekt zeigt ganz besonders wie emotional und intensiv die Wahrnehmung in der virtuellen Realität sein kann.

Die Aufzeichnung des gesamten Workshops können Sie sich hier anschauen.

Vacate the room – Der erste VR-Escape-Room

Am Rande der Messehalle präsentierte Heiko Ihde den ersten VR-Escape-Room. Für Außenstehende boten die Leute, die, mit einer VR-Brille ausgestattet, mit zwei Controllern im freien Raum durch die Luft wedelten, einen etwas merkwürdigen Anblick. Auf der anderen Seite aber lieferte die Brille einen grandiosen Einblick in die spielbare Welt von Virtual Reality. Angelehnt an die Ursprungsidee eines Escape Room (aus dem man nur einen Ausweg findet, wenn man diverse Rätsel löst) gelangt man bei Vacate the room in ein virtuelles Gefängnis. Man bewegt sich frei durch ein kleines verschlossenes Büro und verschiebt mit Hilfe der beiden Controller Gegenstände, repariert Stromsicherungen und knackt Tresore.

Für jeden der bereits über eine HTC Vive verfügt, ist dieses Spiel ein absolutes Muss. Beim Spiele-Anbieter Steam ist es bereits für 4,99 € erhältlich.

Fazit

Eine spannende Veranstaltung mit vielen Themen und teils kontroversen Diskussionen. Im zweiten Teil des re:publica Recaps berichtet Ingrid Kaiser von ihren persönlichen Highlights.

mitarbeiter-marc-lieb-portrait
Geschrieben von
Marc Lieb
zur Übersicht
Diese Website verwendet Cookies

Wenn Sie der Cookie-Nutzung zustimmen, können wir unsere Inhalte nach Ihren Bedürfnissen gestalten.
Jegliche Auswertung erfolgt anonymisiert. Mehr Informationen über Cookies und die Option, der Cookie-Verwendung zu widersprechen enthält unsere Datenschutzerklärung.

Verstanden & Akzeptiert
Mehr Infos